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Unsere Leistungen
Schlauchbootregatta 2009
Sulinger Stadtsee

„Es lächelt der See, er ladet zum Bade“
(Friedrich Schiller)

 

„Hör mal, mir ist da beim Joggen ein Einfall gekommen!“ – So nahm die Idee von der ersten Sulinger Schlauchbootregatta ihren Anstoß. Der CDU-Vorsitzende Matthias Wendtland hatte die Idee, mit zwanzig Paddelbooten den Sulinger Stadtsee zu erobern und in heißen Wettkämpfen den schnellsten Paddler ausfindig zu machen. Ruhm und Ehre sollten ihm zuteil werden!


Soweit hört sich die Idee gut an. Leider war das Zeitfenster erdenklich eng gesteckt, sodass es des vollsten Einsatz‘ der Jungen Union bedarf, dieses Event auf die Beine zu stellen. Innerhalb von dreieinhalb Wochen galt es, die Boote seefest zu bekommen (d.h. sie zu bestellen und aufzublasen), Sponsoren aufzutreiben und für das richtige Rahmenprogramm zu sorgen.


Die meisten Probleme befürchteten wir mit den Sponsoren – alleine hätten wir das Programm nicht schultern können, so waren wir also auf die finanzielle Unterstützung der heimischen Unternehmen angewiesen. Wir erwarteten geringe Spendenbereitschaft, hatten wir doch erst vor gut einem halben Jahr um Gaben für unseren Bezirkstag gebeten und befanden befand sich doch auch Sulingen in den Klauen der Wirtschaftskrise. Doch wir täuschten uns: Dank großzügiger Zuwendungen hatten wir innerhalb kürzester Zeit genug Geld beisammen, um zumindest schon einmal den Kauf der zwanzig Schlauchboote realisieren zu können. Vielleicht lag es an der reizenden Mariela und dem nicht weniger bezaubernden Roman, dass das Geld so locker saß – Martin und Benjamin hatten zuvor weniger gute Erfahrungen gesammelt (über deren Außenwirkung sei hier geschwiegen).


Entsprechend unserer Spender galt auch bei der Werbung die Parole: Nicht kleckern, klotzen! Christian Dummeyer hatte im Nu ein Plakat und einen Flyer entworfen, von denen wir gleich 250 (Plakate) bzw. 2.500 (Flyer) bestellten. Da der Termin so kurzfristig festgelegt wurde, galt es nun also innerhalb kürzester Zeit möglichst viele Wassersport-Freunde auf uns aufmerksam zu machen. Die Werbemaschine lief auf Hochtouren: Dutzende Freunde wurden auf der StudiVZ-Ankündigung verlinkt, die Sulinger Geschäfte mit Plakaten und Flyern ausgestattet, Vorankündigungen in den Zeitungen geschaltet. An zwei Wochenenden postierten wir uns mit einem guten Dutzend Schlauchbooten auf dem Sulinger „Neuen Markt“ und wurden zum echten Blickfang – ebenso wie diejenigen Mitglieder, die mit den großen Booten die zentrale Einkaufsstraße am Samstagvormittag auf und ab liefen. Entsprechend neugierig wurden die Sulinger – Einige zeigten sich sogar bereit, Werbung für unsere Sache zu machen („Ich muss gleich zum Dart-Turnier. Ich nehm‘ mal ein paar Flyer mit und verteil die dort, ja?“, sprach’s und schnappte sich eine gute Hand voll Flyer).


Die ersten Anmeldungen trudelten nach und nach ein. Doch bei knapp 15 Teams war Schluss. Wie immer, wenn man etwas zum ersten Mal macht, kann man nicht einschätzen, wie viel Anklang so eine Aktion bei den Menschen findet, doch wir hatten auf ein bisschen mehr Begeisterung gehofft, denn unsere geplante Regatta war wirklich etwas Einmaliges. Aber wir mussten es ja so hinnehmen.


Die nächste große Frage war, wie viele Zuschauer unsere Veranstaltung anlocken konnte. „Keine Ahnung. Vielleicht kriegen wir ja hundert zusammen. Das wär‘ doch schon ganz ordentlich, oder?“, mutmaßten wir. Die Erwartungen der einzelnen JU’ler lagen irgendwo zwischen 40 und 150. Aber wie gesagt: Erfahrung hat man nur in Sachen, die man schon einmal gemacht hat.


Von der erwarteten Zuschauerzahl hing natürlich auch das Rahmenprogramm ab. Die Hauptorganisatoren waren recht optimistisch und stellten ein kleines Volksfest zusammen: Sie bestellten einen Bierwagen nebst Grillmeister und Waffelbäcker, planten mehrere Pavillons aufzubauen und orderten im Internet zweihundert Tröten, die Schiffssirenen doch sehr nahe kamen, T-Shirts für die Crew, eine große Musikanlage für die entsprechende Stimmung und, und, und… Wie gesagt: Der Optimismus überwiegte hier.

 

Was bei einem solchen Vorhaben mit über Erfolg oder Misserfolg entscheidet, ist das Wetter. Und so konnten sicherlich die Wetterdienste im Internet ab Freitag erhöhte Zugriffszahlen aus dem Sulinger Raum verzeichnen. Doch die Aussichten waren alles andere als rosig. Noch am Samstagabend hieß es für den Folgetag: „Morgens Regen und Gewitter, mittags starker Regen und Abends Regen und Gewitter.“ Die Temperaturen waren entsprechend. Die Telefone liefen heiß: „Bei Gewitter können wir nicht starten. Viel zu gefährlich!“ - „Und bei Regen kommt doch auch kein Schwein, oder?“ - „Wir müssen auch bei Regen wenigstens das Ganze anbieten. Wir kriegen ja so kurzfristig keine Absage mehr veröffentlicht…“ – „Aber was ist mit dem Bierwagen? Sollen wir nicht noch versuchen, den abzusagen? Wenn alle schlechtes Wetter ansagen, dann können wir doch höchstens mit 30 Zuschauern rechnen“.


Marco erinnerte daran, dass Martin bisher bei jeder JU-Fahrt extra eine Jacke mitgenommen hat, weil sein bevorzugter Internetdienst jedes Mal Gewitter meldete. Und jedes Mal war die Jacke mehr als überflüssig. Also einigten wir uns darauf, es drauf ankommen zu lassen und auf einen kurzfristigen Wetterwechsel zu hoffen. Das typische Vabanque-Spiel bei Veranstaltungen unter freiem Himmel.

 

Am Sonntag trafen wir uns um 12Uhr, um mit den Vorbereitungen zu beginnen. Zumindest das fürchterliche Gewitter für den Vormittag war nicht eingetroffen. Der Himmel war durchgängig bewölkt, aber nach akutem Regen sah es noch nicht aus. Hatten wir also aufs richtige Pferd gesetzt?


Es musste neben den neunzehn Schlauchbooten (eins war im Schaufenster eines Geschäfts vergessen worden und am Sonntag nicht mehr zu bekommen) unzählige Kartons mit Equipment an den See geschafft werden. Zum Glück hatten wir einen Hänger, der sollte uns viel Fahrerei ersparen. Doch der Hänger war auf diese Touren nicht erpicht - nach einem normalen Bordstein-Kontakt war bei ihm „die Luft raus“. Das Ersatzrad war nicht vorhanden und flicken konnten wir ihn auch nicht… Also haben wir aus allen Booten die Luft raus gelassen und alles so gut es ging auf die einzelnen Autos verteilt. Dabei bot Martins altes Käfer-Cabrio, gekrönt mit einer 1m hohen Plastikente, sicherlich den ungewöhnlichsten Anblick. Aber vielleicht konnten wir damit noch den einen oder anderen Sulinger auf uns aufmerksam machen. Jeder Gast war uns recht, denn wir wussten immer noch nicht, wie das Wetter in drei Stunden sein sollte.


Am See angekommen glichen wir wohl einem Ameisenhaufen: Unheimliches Gewusel, aber jeder wusste, was er zu tun hatte: Es galt Zelte aufzubauen, die Boote aufzupumpen (fast alle konnten mit dem Kompressor aufgepumpt werden – bei den anderen wurde uns dann bewusst, wie groß diese Boote eigentlich sind!), die Musikanlage wurde aufgebaut. Wir schlossen die Zuckerwattemaschine an, nebenan baute der Bierwagen sich auf. Der Siegerpokal wurde mit CDU-Bonbons gefüllt, unsere JU-Flyer auf die Tische verteilt, CDU-Luftballons schmückten die Zelte. Eine Fontäne wurde im See versenkt und bot einen ersten Blickfang. Die bereits erwähnte Ente wurde vom THW als Boje im See positioniert, um die Route vorzugeben.


Uns wurde mehr und mehr bewusst, dass wir eine ordentliche Sache auf die Beine gestellt hatten. Und das Wetter hielt auch. Bei uns machte sich eine verhaltene Vorfreude breit, die lediglich dadurch gehemmt wurde, dass wir immer noch nicht wussten, wie viele Zuschauer wir zu erwarten hatten.


Die ersten Passanten, die während des Aufbaus vorbeikamen, zeigten sich jedenfalls beeindruckt und interessiert. Die ersten blieben stehen. Kleine Grüppchen versammelten sich am Ufer. Es war etwa zwanzig vor drei, als die ersten Teilnehmer eintrudelten. Und mit ihnen ließ sich auch die Sonne erstmals blicken. Im gleichen Maße, wie uns mehr und mehr bewusst wurde, dass sich unser Optimismus ausgezahlt hatte, wuchs die Anzahl der neugierigen Zuschauer. Die Tröten wurden verteilt, um für ordentliche Stimmung zu sorgen. 200 Stück hatten wir besorgt. Und die waren ruck zuck weg. Es war erst zehn vor drei, als wir die ersten kleinen Fans enttäuschen mussten. Als kleinen Trost hatten wir noch ein paar Dutzend kleiner Deutschland-Fahnen, die wir verteilen konnten, sodass am Ende kaum ein Kind mit leeren Händen dastehen musste. Die kostenlose Zuckerwatte war ebenfalls ein Renner. Die Sonne schien inzwischen immer mehr, es entwickelte sich ein echter Sommer-Nachmittag.


Wohl auf eine kleine Abkühlung im See bedacht, meldeten sich auch immer mehr Teams kurzfristig zu unserer Regatta an. Wir hatten zwei Vorläufe geplant, aus denen die drei schnellsten Teams dann im Finale um den Sieg antreten sollten. Da sich jedoch immer mehr anmeldeten, verzögerte sich auch der Start, bis wir um viertel nach drei beim 33. Team die Anmeldeliste schließen mussten.


Es wurden somit fünf Vorläufe, und während unter der Brücke die Paddler ihre Startaufstellung einnahmen, war oben auf der Brücke kein Platz mehr. Zuschauer jeden Alters hatten versucht, sich einen Premium-Platz an der Start-/Ziel-Brücke zu sichern. Wer hier keinen Platz fand und wen es noch nicht zum Bierwagen zog, der suchte sich seinen Platz entlang der Strecke. Es waren laut Schätzungen der Lokalreporter an die 1.000 Sulinger da, die sich das Spektakel nicht entgehen lassen wollten. Unsere Schätzungen, die sich zwischen 40 und 100 bewegten, erwiesen sich als denkbar schlecht – aber in einem solchen Fall hat man gerne einmal Unrecht.


Und ebenso wie unter den Zuschauern, so war auch das Teilnehmerfeld breit aufgestellt. Während das jüngste Team aus zwei 7-jährigen bestand, war unser CDU-Bundestagskandidat Axel Knoerig mit seinen jungen 42 Jahren bei weitem nicht der älteste Seemann.


Die Rennen selbst hätten kaum spannender sein können: Es zeigte sich, dass pure Muskelkraft nicht alles war. Viel entscheidender war die Taktik, die die Teilnehmer für sich erwählten. So mancher musste kurz vor dem Ziel aufgeben, wenn ihm aufgrund zu hoher Kraftanstrengung die Paddel durchgebrochen waren.
Nach einer Stunde waren die Vorrunden entschieden. Nach einer kleinen Verschnaufpause traten die jeweils ersten beiden aus gegeneinander im Finallauf an. Während bei einigen die Kraft im zweiten Lauf deutlich nachließ, hatten andere ihre Technik nur noch weiter verfeinert. Es gab ein heißes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem „Team Plate“ und dem Team „Bei der Kellen“, gute hundert Meter vor dem Ziel setzten sich die Hobby-Kanuten vom Team Plate jedoch ab. Spannend blieb es trotzdem, da sich nun ein heißes Rennen um Platz zwei entwickelte. Neben „Bei der Kellen“ war es das Team „Kneißelberg“ und „Die feuchten Zwei“, die um die Silbermedaille kämpften. Fast zeitgleich erreichten die beiden erstgenannten die Brücke. Leider konnte Team Kneißelberg die Richtung nicht mehr korrigieren, sodass sie mit vollem Schwung gegen den Pfeiler der Brücke paddelten – ehe man sich unter der Brücke durchmanövriert hatte, feierten die beiden Verfolger schon ihre Platzierung auf dem Treppchen.


Das Getöse am Ufer war groß. Die stolzen Besitzer der Tröten wollten sich gegenseitig übertrumpfen, jedes Team hatte seine Fans, die am Ufer Anfeuerungen in Richtung des Sees brüllten, Christian Dummeyer moderierte das Rennen wie ein Profi.


Entsprechend war dann auch die Stimmung bei der Siegerehrung. Während die Dritt- und Zweitplatzierten sich mit Trostpreisen zufrieden geben mussten, konnte sich die Sieger über einen großen Pokal sowie einen digitalen Camcorder freuen. Und während noch der ein oder andere in unseren Paddelbooten den See erkundete, fingen wir an, aufzuräumen. Als die Zelte abgebaut, die T-Shirts eingesammelt und die Kisten mit diversem Werbematerial wieder gepackt waren, konnten wir auf ein erfolgreiches Event zurückblicken, das wir auf die Beine gestellt hatten.


Ähnlich sahen es auch die anderen: Das Presse-Echo auf unsere Regatta ließ sich sehen und auch die Sulingern hörte man noch nach Tagen über unser Paddelboot-Rennen sprechen. So werden wir im nächsten Jahr sicherlich eine Neuauflage erleben und freuen uns schon jetzt wieder darauf, das ein oder andere Boot wieder mit der kleinen Handpumpe aufblasen zu müssen – denn wir wissen, dass sich unser Einsatz lohnt!



Dateien zum Thema:
CDU-Sulingen Schlauchboot außen
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CDU-Sulingen Schlauchboot innen
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